Homecoming in der Eissporthalle: Wie Essen zum Box-Hotspot des Reviers wurdeSamuel Okonkwo bleibt ungeschlagen

Essen, 3. Juli 2026. Es gibt Abende, an denen das Ruhrgebiet zeigt, was es kann. Der Freitag in der Essener Eissporthalle war so einer. Über zehn Profikämpfe, ein Ex-Weltmeister auf der Undercard, eine Halle voller Menschen, die alle dasselbe wollten – und eine Live-Übertragung auf DAZN in über 200 Länder. Das Revier war an diesem Abend nicht Provinz. Das Revier war Bühne.
Veranstalter war IE Event unter der Leitung von Ilias Essaoudi, gemeinsam mit Ruhe Boxing Promotion und in Kooperation mit Dream Boxing. Was sie auf die Beine gestellt haben, war eine der größten Boxveranstaltungen, die die Region seit langem gesehen hat.
Patrick Korte: Der Kultboxer kommt heim
Im Hauptkampf stand der Mann, um den sich der ganze Abend drehte: Patrick Korte (24-6-1), geboren und aufgewachsen in Essen-Borbeck. Korte hat in England geboxt, in Nigeria, quer über den Globus – aber vor heimischem Publikum stand er zuletzt vor zwei Jahren im Ring. Entsprechend groß war der Druck.
„Klar ist der Druck größer, weil ich zu Hause in Essen boxe“, hatte Korte vorab gesagt. „Auf der einen Seite ist es natürlich ein riesiger Push, aber es gibt eben auch die Erwartungen der Fans, denen ich gerecht werden will.“
Der Anfang machte wenig Mut. Gegen den erfahrenen Bremerhavener Eugen Buchmüller (24-10-1) wirkte Korte schwerfällig und steif. Buchmüller arbeitete klug mit dem Jab, blieb trotz seiner Statur beweglich und nahm Korte die Distanz. Die ersten Runden gingen durchgehend an den Gast. In der Halle wurde es unruhig.
Dann kippte der Kampf. Zum Ende der vierten Runde ging Buchmüller die Luft aus, und Korte begann, seine Schlagkraft ins Ziel zu bringen. Der Essener ließ nicht mehr locker. In Runde sechs landete er die entscheidenden Körpertreffer – Buchmüller ging zu Boden und ließ sich auszählen.
„Viele haben es gesehen: Es lief überhaupt nicht so, wie es laufen sollte. Ich habe statisch geboxt. Am Ende hat es Gott sei Dank gereicht und ich habe gewonnen. Danke für eure Unterstützung!“, sagte Korte anschließend.
Sein Trainer Ilias Essaoudi, sichtlich heiser, hatte den Verlauf offenbar geahnt: „Ich habe Patrick gesagt, ich kenne Eugen schon länger. Er wird die ersten drei bis vier Runden Druck machen, dann baut er ab.“ Er sollte Recht behalten.
William Scull: Comeback eines Weltmeisters – in Essen
Dass ein ehemaliger IBF-Weltmeister sein Comeback ausgerechnet im Ruhrgebiet gibt, sagt einiges über den Standort. William Scull (24-2) wurde im Oktober 2024 Weltmeister im Supermittelgewicht, verlor danach knapp nach Punkten gegen Saul „Canelo“ Álvarez in Riad und anschließend ein weiteres Mal in Dänemark. Jetzt, unter Vertrag bei Ruhe Boxing, startet er neu – und zwar in Essen.
Gegen Evander Castillo (22-6) im Halbschwergewicht brauchte der Kubaner vier Runden. Ab Runde zwei wurde Scull immer stärker, traf wiederholt mit Haken und schickte Castillo in der dritten Runde erstmals zu Boden. In Runde vier war Schluss.
Promoter Piergiulio Ruhe ließ danach keinen Zweifel an den Ambitionen: „Er ist 34 Jahre alt und so fit wie noch nie. Er hat mir gesagt: ‚Piergiulio, bitte mach mich wieder zum Weltmeister!‘ Wir geben Vollgas und ihr werdet William noch einmal auf einer ganz großen Bühne sehen.“
Die weitere Karte
- Temur Mamoyan (12-0), die Nummer 13 der WBA im Schwergewicht, gewann vorzeitig in Runde zwei gegen Todorche Cvetkov (16-6).
- Lorena Bunoza (8-0) stoppte Angela Cannizzaro im Rematch in Runde drei – der erste Sieg für ihren neuen Stall Ruhe Boxing.
- Festim Ademi (3-0) holte gegen Sven Constantin bereits in der ersten Runde seinen ersten vorzeitigen Profisieg.
- Jody Bita (3-0) punktete sich mit präzisen linken Haken zu einem verdienten Sieg über Mazen Girke.
- Danny Zumberi Mirano (5-1) musste gegen den Brasilianer Allef Jordelli seine erste Profiniederlage hinnehmen.
Alle Kämpfe sind im Re-Live auf DAZN verfügbar.
Was das für Unternehmen im Revier bedeutet
Und jetzt der Teil, über den nach solchen Abenden selten geredet wird: Was hier stattgefunden hat, war nicht nur Sport. Es war Reichweite.
Ein Kampfabend, der von Essen aus in über 200 Länder übertragen wird, ist eine Bühne, die sich mit klassischer Werbung in dieser Größenordnung kaum kaufen lässt. Dazu kommt das, was in der Halle passiert – und zwar neben dem Ring. Boxevents bringen Menschen zusammen, die sich sonst nicht begegnen: Handwerksbetriebe, Kanzleien, Gastronomen, Agenturen, Mittelständler. Alle im selben Raum, alle in derselben Stimmung.
Genau das ist der Gedanke hinter Revier Boxing Connect: Unternehmen aus dem Ruhrgebiet mit dem Boxsport der Region zusammenbringen – als Sponsor, als Gast, als Teil eines Netzwerks, das über den einzelnen Abend hinaus trägt. Sponsoring, das nicht nur Logo auf Banner heißt, sondern Zugang: zu Netzwerk-Events, zu Dinner und Partys rund um die Kämpfe, zu einem Firmenverzeichnis, das die Betriebe der Region sichtbar macht.
Der 3. Juli hat gezeigt, dass das Ruhrgebiet die Bühne hat. Die Frage ist, wer sie nutzt.
Sie möchten beim nächsten Kampfabend nicht nur Zuschauer sein? Registrieren Sie Ihr Unternehmen bei Revier Boxing Connect und werden Sie Teil des Netzwerks, das Boxsport und Wirtschaft im Revier verbindet.
Quellen: Boxen1.com – Patrick Korte stoppt Eugen Buchmüller in Runde 6 · BOXSPORT – Homecoming für Korte, Scull feiert sein Comeback